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Anneliese Judas - versteckt in Freiburg

1935 Familienbild mit Oma Rosa Regina Bloch. Vorne links die Kinder Anneliese und Karl Judas aus dem Nachlass von Carl Jaburg, Tochter Lauren Lese, New York City/USA.

Die Familie von Anneliese Judas war in Ihringen gut integriert. Der Vater von Anneliese hatte im Ortszentrum ein gut gehendes Bekleidungsgeschäft und war in den Stadtrat gewählt worden. Mit der Machtübernahme der Nazis im Jahr 1933 änderte sich dies radikal. Deshalb zog die Familie bald nach Freiburg, wo die Stimmung gegenüber Juden nur zunächst noch besser erschien.

Durch eine spektakuläre Rettungsgeschichte mit Hilfe des Freundes und Kriminalpolizisten Fritz Schaffner gelang schließlich die Flucht. Zunächst konnte die Deportation der Familie am  22. Oktober 1940 verhindert werden, weil ein Arzt dem Vater Gustav Judas im Krankenhaus Transportunfähigkeit bescheinigte. Dann begann die Zeit des Verstecktseins in der Starkenstraße 39. Nur noch der 15-jährige Karl wagte es mit dem Fahrrad das Versteck zu verlassen, um Nahrungsmittel zu besorgen.

Weitere Infos zu Anneliese Judas auf den Ausstellungstafeln

und unter Stille Helden: Fritz Schaffner


Abbildungsnachweise zu den Ausstellungstafeln:

Siehe Bruder Karl Judas



Fotos auf dem Stolpersteinplakat: Rosita Dienst-Demuth, 2003

Literatur über die Fluchtgeschichte:
Ursula Kügele: Retter und Gerettete – zwei Lebensläufe, Wie Fritz Schaffner seinen Freund Gustav Judas vor der Deportation rettete, in FREIBURGER ALMANACH, ILLUSTRIERTES JAHRBUCH,  2011